Risiken im Blick

 

Wenn Sie sich mit der Finanzierung Ihres Projekts beschäftigen, sollte Ihr Augenmerk insbesondere auch auf den möglichen Risiken liegen. Es gibt eine Reihe von Risiken, die wesentlichen Einfluss auf Ihr Bauprojekt und somit auf die tatsächlichen Baukosten haben. Daneben gibt es Risiken, die aufgrund des Abschlusses eines Darlehensvertrages zu berücksichtigen sind. Die wichtigsten Risiken sind:

Insolvenzrisiko

Im Fall einer Insolvenz des Bauunternehmens erleiden Bauherren oft einen hohen finanziellen Schaden, der teilweise den Traum vom eigenen Haus platzen lässt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die bis zum Konkurs ausgeführten Arbeiten mangelhaft waren und/oder der Bauherr dem Bauunternehmen bereits mehr bezahlt hat, als die Leistungen eigentlich wert sind.

In diesem Zusammenhang sind Möglichkeiten des Risikomanagements:

  • Bonitätsprüfung: Einholung und Auswertung einer neutralen Wirtschafts-/Bonitätsauskunft über den Hausanbieter
  • Sicherheiten: Bürgschaft, Sicherheitseinbehalt und Versicherung
  • Zahlungsplan: Bewertung des Zahlungsplans

Baugrundrisiko

Nebem dem Risiko der Insolvenz des Bauunternehmens kann auch das sogenannte Baugrundrisiko zu erheblichen Mehrkosten für die Bauherren führen. Hierzu zählen insbesondere Hochwasserstände, Bodenkontaminationen und Störzonen in der Gründung. Weiterhin können Unsicherheiten hinsichtlich Kampfmittelfunden oder archäologischen Funden zu dem Risiko hinzugezählt werden. Die wichtigste Möglichkeit, das Baugrundrisiko einzugrenzen ist die frühzeitige Erstellung eine Bodengutachtens. 

Risiken durch das Bauprojekt

Aufgrund Ihrer Rolle als Eigentümer und Bauherr sind zusätzliche Risiken zu beachten und abzusichern. Dies erfolgt i.d.R. durch die sog. Bauversicherungen. Die wichtigsten privaten Bauversicherungen sind Bauherrenhaftpflicht, Bauleistungsversicherung/Bauwesenversicherung, Bauhelferversicherung und Rohbaufeuerversicherung.

Zinsänderungsrisiko

Aktuell befinden wir uns in einer Tiefzinsphase - finanzieren ist günstig wie nie. Dieser heutige Vorteil birgt jedoch auch ein erhebliches Risiko, das sog. Zinsänderungsrisiko. Die Hypothekenzinsen können sich im Zeitverlauf verändern. Insbesondere eine Steigerung des Zinsniveaus birgt erhebliche Risiken. Dieses Risiko können Sie beispielsweise durch lange Zinsbindungen oder aber eine hohe Tilgung reduzieren. Diesem Risiko räume ich in meiner Beratung viel Platz ein, da hier oft die größten Fehler gemacht werden.

Personenrisiko

Auch Sie als Darlehensnehmer selbst unterliegen einem Risiko. Ihre persönliche Situation kann sich durch verschiedene Umstände (z. B. Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit oder Tod eines Darlehensnehmers) deutlich verändern. Auch diese Risiken sollten bedacht und - so weit möglich - ausreichend zusammen mit einem Versicherungsexperten abgesichert werden.

Marktpreisrisiko des Objektes

Ihre Immobilie zahlen Sie über einen sehr langen Zeitraum ab, in dem sich der Wert Ihrer Immobilie aufgrund verschiedenster Faktoren ändern kann. Das sind zum einen Faktoren rund um das Gebäude, die der Eigentümer durch Pflege und Instandhaltung in der Hand hat. Daneben können auch Dinge passieren, die nicht allein in der Verantwortung des Eigentümers liegen. Neben dem Zustand eines Objekts ist die Lage ein sehr wichtiger Faktor für den aktuellen und künftigen Verkehrswert. Hier gilt: Wo aktuell und wahrscheinlich auch in Zukunft gerne gewohnt wird, wird die Nachfrage nach Wohnraum stabil bleiben. Die Nachfrage nach Wohnraum beeinflusst den Preis.

Kostenrisiko für Instandhaltung

Bei Ihrer Immobilie fallen regelmäßig Pflege­ und Instandhaltungsaufwendungen an. Bei Neubauten bzw. neueren Immobilien ist mit größeren Investitionen meist noch nicht zu rechnen. Mit zunehmendem Alter Ihrer Immobilie steigen in der Regel auch die Kosten (z.B. Erneuerung der Heizung, des Daches, der Fenster usw.). Dafür sollten Sie rechtzeitig Geld zurücklegen.